"Anders sein" Geschichtswettbewerb 2015–2017

Hexen, Gewohnheitsverbrecher, Taschendiebe, Juden

Anders sind immer die andern, nämlich all jene, die sich durch ihre soziokulturelle Herkunft von der gesellschaftlichen Norm unterscheiden und/oder nicht bereit sind, sich an die gesellschaftlichen Normen zu halten. "Anders sein" lautet das Thema des aktuell laufenden Schweizerischen Geschichtswettbewerbs des Vereins "Historia". Das Staatsarchiv stellt dafür Quellen zu drei sozialen Gruppierungen bereit, die aufgrund ihres Andersseins benachteiligt, verfolgt, bestraft und – im Fall der Hexen – hingerichtet wurden. 

Die Frist für Eingaben in dieser Wettbewerbsrunde läuft noch bis zum 15. März 2017.

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Hexenprozesse mit Todesurteil

Die drei Frauen Magdalena Wildermut, Margaretha Wipf und Vyel am Hag haben eines gemeinsam: Sie wurden in der Zeit von 1520 bis 1648 im alten Stadtstaat Zürich wegen ihres Andersseins als Hexen verurteilt und öffentlich hingerichtet.

Die Transkriptionen der Originaltexte stammen aus der Quellensammlung "Hexenprozesse mit Todesurteil. Justizmorde der Zunftstadt Zürich, bearbeitet von Otto Sigg, Zürich 2012.

Gewohnheitsverbrecher und Taschendiebinnen

Diebstahl, Betrug, Unterschlagung, Brandstiftung gehören zu den gängigen Delikten der so genannten Gewohnheitsverbrecher. Oftmals den untersten gesellschaftsschichten zugehörig, taten sie sich schwer, im normierten Alltag Tritt zu fassen. Ihr Anderssein machte sie mehr oder weniger zu Dauergästen in den Zürcher Gefängnissen.

Der Zürcher Polizeianzeiger mit den spektakulären ersten Polizeifotos ist ein "who is "who" der Zürcher Kleinkriminellen von damals.

Einbürgerung von Juden aus dem Osten Europas um 1900

Nicht alle jüdischen Einbürgerungswilligen erhielten so leicht das Schweizer Bürgerrecht wie Albert Einstein. Jüdinnen und Juden aus dem Osten Europas wurden vor dem Ersten Weltkrieg  aufgrund ihres Andersseins bei der Einbürgerung gegenüber anderen Gesuchstellern benachteiligt.