Familiengeschichtsforschung

Suche nach den eigenen Wurzeln

Bild des Stammbaums der Familie Bluntschli 1499-1899

Familienforscher und -forscherinnen gehören zu den zahlenmässig stärksten Benutzergruppen des Staatsarchivs. Meistens steht die Suche nach der eigenen Herkunft und den eigenen Wurzeln im Vordergrund. Die Familiengeschichtsforschung, auch «Genealogie» genannt, kann sich auf das Sammeln möglichst vieler oder möglichst prominenter Vorfahren beschränken, kann aber auch als anspruchsvolle Freizeitbeschäftigung betrieben werden, die quellennahe Einblicke in die Geschichte als Ganzes bietet. Familiengeschichtliche Fragestellungen führen bei Bezügen zum Kanton Zürich rasch einmal ins Staatsarchiv. Von zentraler Bedeutung sind die so genannten «Kirchenbücher», also die jeweils vom Pfarrer geführten Vorläufer der heutigen Zivilstandsregister.

Kirchenbücher im Staatsarchiv

Im Staatsarchiv des Kantons Zürich werden die vorhandenen Kirchenbücher (Tauf-, Ehe- und Totenbücher) der Kirchgemeinden aus der Zeit von der Reformation bis zum Inkrafttreten des Eidgenössischen Zivilstandsgesetzes (1876) zentral aufbewahrt, ebenso die Haushaltungsrodel und Familienregister (vgl. Onlinerecherche). Nur die Städte Zürich und Winterthur verwahren ihre alten Zivilstandsunterlagen selbst in den jeweiligen Stadtarchiven. Für viele Kirchgemeinden existieren für den Zeitraum von ca. 1634 bis 1710 als weitere familiengeschichtliche Quellen von grossem Wert auch Bevölkerungsverzeichnisse (vgl. Onlinerecherche).

Anleitung für angehende Familienforscher und -forscherinnen

Die Erforschung einer Familie beginnt bei deren jüngsten Mitgliedern. Soweit zurück wie möglich werden Auskünfte beim Zivilstandsamt eingeholt. Sobald man sich rückwärts bis in die 1870er Jahre vorgearbeitet hat, kann ein Besuch im Staatsarchiv ins Auge gefasst werden. Die Suche im Staatsarchiv verläuft dann schwerpunktmässig über die Bürgerorte der gesuchten Personen bzw. in den Kirchenbüchern der entsprechenden Kirchgemeinde.

Eine ausführliche Anleitung zur Familiengeschichtsforschung im Kanton Zürich bietet Mario von Moos, Familiengeschichtliche Forschungen im Kanton Zürich, o. O., o. J. (Arbeitshilfen für Familienforscher in der Schweiz 4, hg. von der Schweizerischen Gesellschaft für Familienforschung). Das Werk kann im Staatsarchiv erworben werden.

Wer an einer geschichtlichen Erforschung oder einem «Stammbaum» seiner Familie interessiert ist, kann sich auch an einen professionellen Genealogen wenden. Adressen sind beim Staatsarchiv erhältlich.

Hilfsmittel

  • Verzeichnis alter Bürgergeschlechter
    (vor 1800 bezeugte Familien in Gemeinden des Kantons Zürich)
  • Passerteilungen in Zürich 1848-1870 (nach Amerika und Australien)