Beständeerhaltung

Bild einer Mitarbeiterin, die ein Dokument restauriert

Unterlagen, die einmal den Weg in die Obhut des Staatsarchivs gefunden haben, bleiben dauernd zugänglich und lesbar. Das gilt für mittelalterliche Kaiserurkunden genauso wie für frühneuzeitliche Ratsbücher, statistische Erhebungen der Helvetik, Fotografien von Zürcher Kantonsstrassen der 1930er Jahre, Filmsequenzen zu den Globus-Krawallen oder für Daten, die Anfang des 21. Jahrhunderts aus dem elektronischen Handelsregister gelöscht wurden.

Damit dieser hohe Anspruch erfüllt werden kann, müssen die Unterlagen kontinuierlich betreut werden. Diese Betreuung umfasst die Bereiche Prävention, Konservierung und Restaurierung. Die Beständeerhaltung konzentriert sich nicht ausschliesslich auf den Erhalt der Text- bzw. Bildinformation, sondern – insbesondere bei Büchern – auch auf die Bewahrung von Informationen zur Kunst- oder Buchgeschichte und zur Vergangenheit des Objektes selber.

Prävention

Die erste Stufe der Betreuung ist die Prävention. Die Abteilung Beständeerhaltung ist verantwortlich für

  • die Optimierung der Lagerungsbedingungen (Klimaüberwachung, Spezifikation alterungsbeständiger Verpackungen)
  • die Kontrolle neu eingegangener Bestände auf Befall durch Schimmelpilz oder Insekten
  • die Erstellung von Sicherungs- und Gebrauchskopien besonders exponierter Unterlagen

Konservierung

Der grösste Teil der zur Verfügung stehenden Zeitressourcen wird eingesetzt für die Konservierung von Unterlagen. Deren Ziel besteht darin, das originale Erscheinungsbild eines Objekts zum Zeitpunkt der Behandlung zu sichern und dessen Lesbarkeit langfristig zu gewährleisten. Konservatorische Massnahmen sind z. B. Reinigung, Festigung oder Anfertigung von speziellen Schutzverpackungen für die Archivalien.

Die grösste Flächenwirkung erzielt die Abteiluung Beständeerhaltung aber, indem sie die so genannten niederschwelligen konservatorischen Massnahmen definiert und überwacht, die im Rahmen der Aktenerschliessung umgesetzt werden: Entfernung schädlicher Teile, Verpackung in alterungsbeständige Materialien, horizontale Lagerung etc.

Restaurierung

Die Restaurierung ist die teuerste und fachlich anspruchsvollste Massnahme im Katalog der Beständeerhaltung. Sie setzt erst dann ein, wenn Objekte nicht mehr gebrauchsfähig sind, wenn also bei einer Benutzung Schäden oder Materialverlust droht. Entsprechend beinhaltet die Restaurierung sämtliche Massnahmen, die zur Wiederherstellung der Gebrauchsfähigkeit eines Objekts notwendig sind, wobei die Eingriffe reversibel sein müssen und die originale Substanz erhalten werden soll.

Als Kompetenzzentrum für Konservierung und Restaurierung beantwortet das Staatsarchiv externe Anfragen.