Editionsprojekte

Kunstdenkmäler-Inventarisation des Kantons Zürich

Bild von Johann Balthasar Bullinger: Ansicht der rechtsufrigen Altstadt von Zürich mit dem Rathaus, dem Grossmünster und der Wasserkirche, um 1770.
Johann Balthasar Bullinger, Ansicht der rechtsufrigen Altstadt von Zürich mit dem Rathaus, dem Grossmünster und der Wasserkirche, um 1770.

Mit der Kunstdenkmäler-Inventarisation engagiert sich der Kanton Zürich in einem nationalen Forschungsprojekt, das zum Ziel hat, die Kunstdenkmäler der gesamten Schweiz zu erfassen. Anhand von Abbildungen, Plänen und Texten werden Städte und Dörfer mit ihren historischen Bauten, mit ihrer Geschichte, ihrem Aussehen und ihrer Bedeutung für die lokale oder nationale Geschichte und Kunstgeschichte präsentiert.

Ziel ist die Neubearbeitung der Kunstdenkmäler des ganzen Kantons Zürich. Von insgesamt acht Bänden der Kunstdenkmäler der Stadt Zürich sind mittlerweile sieben Bände publiziert. Im November 2016 erscheint als letzter Band «Stadt Zürich VI: Die Grossstadt Zürich 1860-1940».

Geschichte

Die Kunstdenkmäler-Inventarisation im Kanton Zürich blickt bereits auf eine mehr als siebzigjährige Geschichte zurück.

In einer ersten Kampagne wurden von 1932 bis 1952 neben den Städten Zürich und Winterthur die Bezirke Affoltern, Andelfingen, Bülach, Dielsdorf und Hinwil bearbeitet und publiziert. Nach einem Unterbruch von 20 Jahren setzte 1972 die Arbeit wiederum ein, und es konnte bis 1997 der ganze Kanton mit insgesamt neun Kunstdenkmälerbänden abgedeckt werden.

Gleichzeitig wurde erkannt, dass die zum Teil mehr als fünfzigjährigen Bände dem heutigen Interesse und den modernen Ansprüchen nicht mehr genügen. Unser Wissen zu den Bauten und ihrer Geschichte hat sich in den letzten Jahrzehnten markant gesteigert. Ebenso wurden neben den klassischen Objekten wie etwa Kirchen, Rat- und Bürgerhäusern weitere Bauaufgaben als Kunstdenkmäler erkannt und der Zeithorizont von 1850 bis 1930 verlängert. So findet nun etwa das Gaswerk in Schlieren als Industrie- und Technikdenkmal ebenso seinen Platz in einem Kunstdenkmälerband wie das Fraumünster in Zürich; eine Arbeitersiedlung im Industriequartier steht gleichberechtigt neben einer Villa in Riesbach.